8 Tipps um das Beste aus deinem Auslandssemester rauszuholen

Nachdem ich mein letztes Semester in den USA verbracht habe, bin ich seit einigen Wochen wieder Zuhause im schönen Wien. Es fühlt sich gut an, wieder da zu sein, schließlich geht kaum etwas über die Heimat. Aber ich will euch auch nicht anlügen, mein Auslandssemester in Austin war wohl die beste Zeit meines Lebens. Da waren die Frat-Partys, das Uni-eigene Pool, die heiße texanische Sonne. Die andern Studenten aus allen Winkeln der Welt, Tag und Nacht bereit zum Feiern. Spring Break in Florida, ein Road Trip durch Kalifornien und ein Ausflug ins aufregende New York. Es gab Country Dancing in Cowboy Stiefeln, hübsche Cheerleader, die grölende Footballspieler anfeuern und vor allem gab es Menschen, die ich vermissen werde.

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Ich habe viel erlebt und gelernt aber ich wünschte, ich hätte einige Dinge im Vorhinein gewusst. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und habe hier ein paar Tipps für euch, wie ihr das Beste aus eurem Auslandssemester rausholt:

 

  1. Sei mutig und komm aus deiner Comfort-Zone raus / Join a Club

 In eine neue Stadt zu kommen, in der man nicht seinen vertrauten Freundeskreis hat, ist nicht leicht, schon klar. Kennt man jemanden von der eigenen Uni oder aus der eigenen Stadt, dann macht man gerne alles mit jener Person, geht nur zu zweit auf Veranstaltungen und in der Bar steht ihr dann in einer Ecke steht und unterhalten euch auf Deutsch über die anderen Leute. FAIL! Das ist zwar der einfachste Weg aber so lernst du nur deine Begleitung SEHR gut kennen, aber sonst leider niemanden. Fremdsprache üben fällt dann auch aus aber jep, du musst immerhin nicht mit neuen Menschen reden…

Das ist schon richtig schade, denn dadurch entgehen dir unzählige neue Bekanntschaften, Freunde fürs Leben und auch das ein oder andere Gspusi. Es kostet Überwindung, alleine auf ein Event zu gehen. Doch gerade bei all den Uni Events für Internationals geht es allen gleich. Jeder steht peinlich in der Gegend rum und wartet verzweifelt, dass ihn jemand anspricht. Und stell dir vor, wenn du dich mal traust und einfach jemanden anredest, dann ist dein Gegenüber so erleichtert, dass er direkt dein Freund sein will.

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Boat Party Ausflug mit Club Planet Longhorn

Häng nicht nur mit den Leuten aus deinem Land und deiner Uni rum. Sprich Leute an. Trau dich mal was und setz dich neben den trainierten Basketballspieler oder die fesche Cheerleaderin im Kurs und sag einfach mal “Hey, how’s it going?”. Außerdem, schließ dich unbedingt einer Uni-Gruppe an! Amerikaner zum Beispiel schließen die meisten ihrer Freundschaften in diesen Clubs. Fußball, Rugby, Schach oder Quidditch (ja, es ist mein Ernst), irgendwas. Sei dabei und du hast sofort eine ganze Gruppe an neuen Leuten um dich, die dich bewundern weil du ja ach so exotisch bist und beim Englisch Sprechen so lieb klingst.

 

  1. Schone dein Geldbörserl und deine Nerven und plane voraus

 Für jene von uns, die ihr Studium nicht nur hauptsächlich aus dem Bankomaten finanzieren sondern auch wissen, wo das Geld herkommt und sich dafür in einschläfernden Praktika oder stressigen Bar-Jobs abgerackert haben, ist es wichtig, vorauszuplanen um einiges an Kohle zu sparen.

Einige von uns finanzieren ihr Studium ja nicht nur hauptsächlich aus dem Bankomaten, sondern wissen auch wo das Geld herkommt. Sie haben sich dafür im ein oder anderen einschläfernden Praktikum zu Tode gelangweilt (“Fräulein, holen’s ma noch einen Kaffee? Und die Druckerpatronen gehören auch getauscht!”) oder sich bei stressigen Bar-Jobs abgerackert (“Geh Puppal, no a Bier, bitte! Und wie schau ma aus, wann host’n du aus heit?”). Und wenn man sein sauer verdientes Geld nicht zum Fenster rauswerfen will, sollte man unbedingt vorauszuplanen.

Folgendes sind zwar mehr oder weniger die Basics aber es sei trotzdem erwähnt:

Flüge rechtzeitig buchen! Wenn man nach Amerika fliegt, Roundtrip buchen und Rückflugdatum planen. Wer nach dem Semester noch reisen will und deshalb nicht dort ist, wo er ankam: Es ist immer billiger, innerhalb der USA rum zu fliegen und vom Ankomm-Flughafen heim zu jeten, als zwei separate Flüge zu buchen.

Vor Abflug, klär in deiner Bank ab, wie teuer es ist Geld im Ausland abzuheben, besorg dir unbedingt eine Kreditkarte, besonders in Amerika. Mit Number26zahlt man kaum drauf, eine normale Mastercard oder Visa braucht man aber trotzdem, da erstere nicht überall funktioniert. Und nimm ausreichend Cash in der passenden Währung mit. Es dort abzuheben ist schließlich teurer als es Zuhause nur wechseln zu lassen.

Such dir rechtzeitig ein Apartement, eventuell auch ein untergemietetes, da diese nicht nur billiger sondern auch möbliert und ausgestattet sind. Und jep, das ist wichtig, du hast keinen Platz im Koffer für deinen Lieblingskopfpolster und den Pfannenwender.

HousingAnywhere ist eine gute Möglichkeit (auch zum Vermieten in Wien) aber vor allem auch die Facebook Seiten der einzelnen Unis bieten eine gute Anlaufstelle.

 

  1. Werde zum JA-Sager und nutze alle (Uni-) Angebote

In jenen Ländern in denen Studenten viel Geld für ihre Bildung bezahlen, sieht das Angebot an den Unis ganz anders aus als bei uns. Wenn du die Gelegenheit hast durch ein Austauschprogramm gratis an so eine Uni zu kommen (und wenn du dafür zahlst, sowieso), dann solltest du das auch voll ausnutzen. An der University of Texas gab es unter anderem mehrere Gyms am Campus, Fußball-, Squash- und Volleyballplätze und ein Pool. Außerdem Tanzkurse (2ECTS, übrigens), Tennisstunden und allerhand Business-und Networking Events, alles ganz umsonst. Steh auf, geh raus und nutze all die Chancen, die deine Uni und die Leute rundherum dir bieten!

Werde zum JA-Sager. Auch wenn dir etwas seltsam vorkommt, du müde bist oder Lernen musst, sag einfach ja, wenn dich jemand zu etwas einlädt oder fragt, ob du wohin mitkommen willst. Ich hab’s ausprobiert und es zahlt sich definitiv aus, auch wenn man im Vorhinein nicht 100% davon überzeugt ist…

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Erstes Footballspiel – Go Longhorns!

  • “Wanna come Country Dancing?” “Well, I can’t dance, but sure!”
  • “You down for going to the shooting ranch on the weekend?” “Well, I’m not sure I won’t kill anyone, but why not!”
  • “Boat party tomorrow?” “Salsa lessons?” “Boring Basketball game?” “Alriiight!”
  • * Sunday 11:30 am, still hungover from last night, phone rings, super drunk voice screams into the phone* “Mel! Come on, get up and put on a bikini, we’re having a Frat party, hurryyyy!” “WTF, are you kidding me? I haven’t even had breakfast yet! I’m still asleep… Okay, I’m on my way!”
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Gun ranch? Okay

 

  1. Verbring mehr Zeit in der Bar als in der Bib

 Ich möchte hier niemandem dazu überreden, die Uni komplett schleifen zu lassen. Ich würde dir aber schon raten, dich im Vorhinein gut über deine Kurse und den Aufwand an deiner Uni zu informieren und dir nicht allzu viel vorzunehmen. In Amerika, und auch in anderen Ländern, läuft die Uni oft anders als bei uns und obwohl es vielleicht nichtschwerer ist, ist es zum Teil schon aufwendiger.

In vielen Kursen wirst du bis zum geht nicht mehr in Hausaufgaben, Gruppenprojekt12800343_10206865250884032_4907143494135731658_nen und Quizzes eingedeckt und du willst nicht derjenige sein, der den Wochenend-Trip nach Chicago (oder sonst wohin) verpasst weil er mit seinem Projektteam arbeiten und Finance lernen muss (so wie ich einmal).

 

Wenn du Wahlfächer zu erledigen hast, such dir ein paar lustige Kurse an der Gastuni (Social Dancing oder Creative Writing oder so) und mach dir selbst das Leben ein bisschen leichter. Ein paar ernst zu nehmende Kurse sollten natürlich auch dabei sein und es ist alles auch im Ausland durchaus schaffbar aber gönn dir ruhig ein bisschen mehr Exchange-Experience und ein bisschen weniger Bib-Quälerei.

 

5. Tu es! 

Nicht zu vergessen, der wichtigste Tipp von allen: Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Semester abroad das Richtige für dich ist, wenn du Angst hast, wenn du Zweifel hast, dann tu es und geh trotzdem! Ich kenne niemanden, der es bereut hat wegzugehen und ich verspreche, selbst wenn du traurig bist deinZuhause hinter dir zu lassen, du wirst es nicht bereuen!

 

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Immer schön an die Kultur anpassen!

 

Extra Pro-Tipps für die USA:

  •  Geh nicht in die Staaten auf Auslandssemester, wenn du unter 21 bist! Tu dir das nicht an, es grenzt an Masochismus. Amerikaner haben einen ganz seltsamen Bezug zu Alkohol und es macht wirklich keinen Spaß, dort under age zu sein. Eines schönen Abends habe ich, 21 Jahre alt und seit einigen Jahren mit dem guten alten Alkohol vertraut, meinen Ausweis tatsächlich vergessen und in einem Country Club (!) ein Bier (!) von einem Tisch angehoben. Daraufhin wurde ich samt Begleitung aus dem Lokal gezerrt, allen Erklärungen zum Trotz. Eine Freundin hatte mit ihren 20 Jahren einen Schluck (!) vom Drink eines Freundes am privaten Poolgelände (!) eines Hotels genommen. Bekam ein Ticket von über $100.

 

  • Benutz Uber und Lyft! Die Taxi-Ersatz-Apps sind nicht nur super praktisch sondern auch die billigste Variante um sich in den Städten zu bewegen. Funktionierende öffentliche Verkehrsnetze sind, abgesehen von New York, in den USA so häufig zu finden wie Einhörner, daher sind Uber und Lyft teilweise echte Lebensretter. Benutz die shared Variante, wenn du allein bist und zahl nochmal weniger.

 

  • Glaub nicht, jemand will wirklich wissen wie es dir geht, wenn er mit „Hi, how are you?!“ grüßt. Ich war anfangs sehr verwirrt als mich sowohl das Mädl bei Starbucks als auch der Busfahrer mit jenen Worten empfangen haben. Damals hab ich noch peinlich berührt mit „Uuuhm, thanks, I’m good, how are you?“ geantwortet und mir einen genervten Blick eingefangen. Wichtig ist nämlich zu wissen: Es interessiert wirklich keinen, wie es dir geht und es rechnet auch keiner mit einer Antwort. Einfach „How‘re you?“ zurück zu murmeln und weiterzugehen/reden ist völlig akzeptabel und erwartet.

 

Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen. Viel Spaß auf deinem Auslandssemester! 🙂

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